5 Verbrechen die wir gegen unsere 3D Drucker begehen und wie Du diese Fehler vermeiden kannst!

Bist Du einer dieser Verbrecher? Die brutale Fehler im Umgang mit Ihrem 3D Drucker machen?

Dann Stop!

Bevor Dich die Internationale Liga für Roboter und Maschinenrechte anklagt!

Halte diese Gesetze im Umgang mit deinem 3D Drucker unbedingt ein. Ich möchte Dir zeigen welche Fehler das beim 3D Drucken sind, damit Dein Makerleben ohne Probleme weiter gehen kann.

§1 Sei nicht ungeduldig!

Alles benötigt seine Zeit!

Auch das Ablösen der Bauteile von einer Dauerdruckplatte oder dem Heizbett.

So sorgt das abziehen der Bauteile mit Gewalt für ein verbiegen der Aufhängung für das Druckbett. Dein 3D Drucker machst Du damit jedes mal etwas kaputter. Deine Druckteile immer schiefer.

Wie der Turm aus Pisa.

Im schlimmsten Fall bricht sogar eine Aufhängung.

Möchtest Du dieses?

Ich nicht!

Genauso wie das lästige Neukalibrieren der Druckplatte vor jedem Drucken. Machst Du es richtig, kannst Du Dir eine Menge Zeit sparen.

So solltest Du vorgehen.

Nehme die Dauerdruckplatte von deinem 3D Drucker ab. Entferne das Bauteil, indem Du es mit dem Fingernagel oder einem weichen Kunststoffspachtel, vorsichtig ablöst.
Besitzt deine Maschine ein Heizbett aus Glas? Dann warte einfach bis das Druckbett auf 35 Grad Celsius abgekühlt ist. In der Regel hörst Du beim Abkühlen das Bauteil knistern. Ein Zeichen dafür, dass sich die Anziehungskraft zwischen Bauteil und Druckplatte verringert. Hörst Du das knistern nicht mehr, lässt sich das Bauteil ganz einfach abziehen. So kannst Du Dir sicher sein, dass nichts abbricht oder verbiegt. Hast Du trotzdem Probleme mit dem ablösen der Bauteile, hilft hier ein Kunststoffspachtel.
Auf Spachtel für Cerankochfelder würde ich aber verzichten, selbst wenn diese gut funktionieren. Durch die Spitzen Ecken können Kratzer in der Oberfläche entstehen. Eine glatte Oberfläche auf der Unterseite kannst Du dann vergessen. Die schäden können sogar so schwer sein, dass Du eine neue Dauerdruckplatte für den 3D Drucker kaufen musst.

Also immer schön vorsichtig das Bauteil abnehmen.

§2 Spiele nicht mit dem Feuer

Super der Druck ist fertig und jetzt schnell vor den Fernseher.

Doch halt!

Nicht einfach den Ausschalter drücken. Bevor Du Deinen Drucker ausschaltest, lasse unbedingt die Düse abkühlen. Ansonsten kann die Düse schneller verstopfen als Dir lieb ist.

Warum?

Was ist das Problem?

Das Filament fängt an zu verbrennen. Genauso wie ein Ei das Keiner aus der heißen Bratpfanne nimmt.
Erst bilden sich kleine Ablagerungen, die haften bleiben. Je länger das Ei in der heißen Bratpfanne bleibt, umso mehr Ablagerungen bilden sich.

Genauso verhält sich das Filament in der heißen Düse. Erhitzt Du die Düse auf Drucktemperatur ohne zu drucken, verbrennt das Filament an den Seitenrändern der Düse. Es entstehen Ablagerungen von Rußpartikeln. Mit der Zeit werden die Partikel immer mehr, bis ein harter Klumpen aus verbrannten Filament deine Düse verstopft.

Dann ist es vorbei für Dich!

Mit dem 3D Drucken.

Bis Du die Düse gereinigt oder eine neue Düse verbaut hast.

Erspare Dir diesen Ärger und Versuche unnötiges aufheizen zu vermeiden.

Sollte deine 3D Drucker Düse dennoch verstopfen. Beachte bei dem Reinigen unbedingt Paragraph drei.

§3 Pack deinen Stachel wieder ein!

Das hast Du davon!

Wenn Du das Verbrechen nach Paragraph zwei der druckerfreundlichen Bedienungsverordnung nicht einhältst.

Deine Düse ist verstopft und jetzt musst Du sie wieder frei bekommen. Da liegt es doch Nahe eine Nadel zu nehmen, mit der Du die Düse frei picken kannst.

Doch Vorsicht!

Du begehst damit gleich ein weiteres Verbrechen.

Nadeln sind für die Düse einfach nicht geeignet. Düsen sind meist aus Messing und Nadeln aus viel härteren Stahl.

Die Folge?

Stichst Du mit der Nadel in die Düsenspitze, verformt das den Düsen Ausgang. Ein größerer Düsendurchmesser ist oft die Folge. „Over Extrusion“ ist damit vorprogrammiert!

Deine Bauteile die Du dann druckst, werden aussehen, wie ein verbrannter Brownie deiner Mutter.
Ich habe dieses Verbrechen schon begangen. Fix mit der Nadel in die Öffnung gestochen.

Zack!

Die Düse war so versaut, dass der Filamentfaden sich immer zu einer Seite nach oben gewölbt hat. Ein Klumpen aus Filament hat sich um die Düse angesammelt, doch die gewünschten Druckergebnisse waren passe. Eine neue Düse für den Extruder musste her.

Wie sauer ich auf mich war, kannst Du dir sicher vorstellen.

§4 Sei nicht ganz Dicht.

Für die richtige Bedienung eines 3D Druckers musst Du keine Gasfachkraft sein.

Also sei nicht ganz Dicht!

Besonders mit der Düse am Druckbett. Eine kleine Lücke solltest Du immer haben. Pass bitte beim Kalibrieren Deiner Druckplatte auf, dass Du mit der Düse nicht auf die Druckplatte drückst. Selbst wenn die meisten Druckplatten federnd gelagert sind, kann dies zu Druckstellen in der Oberfläche führen.

Ich habe sogar mal den Fehler gemacht und mit der zu dichten Düse gedruckt. Wie das Ergebnis aussah kannst Du natürlich erraten. Der Druck war zum Anfang völlig Überextrudiert.

Und die Dauerdruckplatte?

Völlig zerkratzt!

Ich musste mir eine neue Druckplatte bestellen. Ärgerlicherweise über Weihnachten. Wie lange das gedauert hat, bis ich wieder Drucken konnte?

Ewig!

Also erspare Dir diese Qual des ewigen wartens, Aufgrund solch einen Fehlers.

Denn den richtigen Abstand zwischen Düse und Heizbett einstellen, kannst Du ganz einfach mit einem digitalen Messschieber und einem Stück Papier.

§5 Schwing den Schwamm, aber richtig!

Dein Drucker stand mehrere Wochen still, das sich eine Dicke Staubschicht auf deiner Druckplatte gebildet hat.

Besser, Du hast so viel gedruckt, das sich eine Menge Filamentreste auf der Platte gebildet haben.

In beiden Fällen ist es jetzt Zeit!

Reinige dein Druckbett richtig.

Doch Vorsichtig!

Die fest haftenden Filamentreste nicht mit einem scharfen Spitzkantigen Spachtel abkratzen. Noch viel teuflischer könntest Du es mit Schleifpapier machen.

Sonst kratzt deine Druckplatte schneller ab, als Dir lieb ist.

Auch wenn Du im ersten Moment Erfolg mit der Methode hast, wirst Du es später bereuen. Über deinen Geistesblitz gar fluchen, weil Dir der spitze Spachtel das Druckbett zerkratzt hat.

Doch damit nicht genug. Nach dem entfernen der festen Schmutzreste putzt Du weiter. Ohne darüber nachzudenken, nimmst Du Spülmittel, mit Balsam für Deine Hände, weil es sich gut anfühlt und die Tassen so strahlend sauber macht. Doch so ein Mist, jetzt haftet der Druck nicht mehr auf dem Druckbett.

Eine fiese Falle!

Spülmittel sind super für den Abwasch, doch nicht für ein 3D Druckbett. So bildet sich schnell ein Dünner Fettfilm auf der Druckfläche, der eine Haftung unmöglich macht.

Reinige deine Druckplatte richtig.

Nehme als Reinigungsmittel Isopropanol in einer Konzentration von 60 bis 70 Prozent. Mache es auf ein fusselfreies Tuch und wische dann über die Platte. Fett und Staub machen damit den Weg frei für den nächsten Druck.

Doch Vorsichtig einige Dauerdruckplatten können gerade mal Wasser ab. Da hilft dann nur das abdecken der Platte nach dem Drucken.

Bist Du Dir nicht sicher, welche Reiniger deine Platte verträgt. Schaue am besten nach, was der Hersteller der Dauerdruckplatte empfiehlt.

§6 Nutze deinen 3D Drucker

Klar passiert früher oder später eines dieser Missgeschicke, doch ist es nicht so schlimm. Schließlich sagt ein Weises Sprichwort:

„Lernen durch machen.“

Nur eine Sache darfst Du auf keinen Fall machen!

Lasse deinen 3D Drucker niemals ungenutzt und verwahrlost in der Ecke herum stehen.

Denn egal welches der ersten fünf Verbrechen Dir passiert. Aus jedem Fehler lernst Du und die meisten Sachen am 3D Drucker lassen sich leicht reparieren. So lernst Du deinen 3D Drucker besser kennen und wirst stolz Deine nächsten Projekte realisieren.

„Denke Bunt, drucke Bunt!“

Hier ist Platz für Deine Gedanken, schreibe sie einfach auf!